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Kopernikus Gymnasium
Goethestraße 14
15827 Blankenfelde
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LuBK
Die Schule hat sich um eine Leistungs- und Begabungsklasse beworben.
Das Konzept wurde genehmigt; nach einer Schulgesetzänderung und ausreichender Bewerberzahl wurde 2007 die erste LuBk eingerichtet.
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Was ein Stuhl so alles kann. Theaterrezension
Was ein Stuhl so alles kann. Theaterrezension
"Angst" - das ist ein weitläufiger Begriff. Angst vor Spinnen, Angst vor Menschen, Angst vor dem Terror. Grundlegend auf Bertolt Brechts Werk "Furcht und Elend des Dritten Reiches" baut die Theater-AG des Kopernikus Gymnasiums mit viel Hingabe ihre Interpretation sehr lose auf der Vorlage auf.
Ort der Aufführung war die Aula des Kopernikus Gymnasiums unter der Regie von Frau Englisch am 23. und 24. Februar 2011.
Die Einordnung des Stückes erweist sich als schwierig und kann nicht mit einer Tragödie oder Komödie gleichgesetzt werden. Die Interpreten hielten sich verstärkt an Brechts zu seiner Zeit revolutionäres "Episches Theater". Doch dass der Regisseur mit seiner Intention bereits in der Gegenwart angekommen ist, bemerkt man bereits nach 2 Minuten. Als Hauptziel ist eindeutig die Aktualisierung des Themas "Angst" zu erkennen und gleichzeitig steht sein aufrüttelndes Moment im Vordergrund.
Typisch Brecht war ebenfalls die sehr einfach aufgebaute Bühne. Kein Bühnenbild, ein paar Stühle und rein schwarze Kleidung prägten den Theatergenuss. Wofür man einen Stuhl alles gebrauchen kann, wird dem Zuschauer in "Angst" eindrucksvoll vermittelt. Ob Baby oder Besen, der Stuhl kann beinahe alles veranschaulichen. Wahrscheinlich hat sich die Angst in allen Fassetten des Lebens "breit" gemacht. Darstellung der Entfremdung auf höchstem Niveau. Außerdem wurden die Schauspieler durch Lichteffekte, in überwiegend Rot- und Gelbtönen, unterstützt. Diese Effekte wurden sehr präsent in die Inszenierung eingebaut.
Ein so ergreifendes Stück, aufgeführt von 16 bis 19-Jährigen, sieht man wohl eher selten. Die Darstellertruppe setzt sich aus 3 Jungen (Kevin A., Pierre R. & Alexander W.) und 5 Mädchen (Lea-Katharina S., Sophie M., Sirah S., Sandra P., Luise S.) zusammen. Oftmals spielten sie in Gruppen bestimmte Rollen oder gar sich selbst. Diese schauspielerische Kombination ist ein echtes Novum für die Schüler, die in diesem Jahr in einer stark veränderten Besetzung auftreten. Hervorzuheben ist, dass alle Künstler eine gute Beziehung zu- einander aufgebaut haben. Bemerkbar machte sich dies zum einen während der Aufführung, aber auch in Gesprächen im Anschluss. Überzeugend waren Interpretation und Schauspiel definitiv.
Die Handlung weist keinen klar erkennbaren roten Faden auf und macht es dem überwiegend jungen Publikum schwer, dem Geschehen zu folgen. Punkten kann das Stück durch seine Szeneneinschübe, in denen die Entfremdung an alltäglichen Situationen gezeigt wird. Zu loben ist außerdem die Szene, die zweimal dargestellt wurde. Hier wurde die Szene einmal komplett stumm und ein zweites Mal durch Gedankenkommentare verstärkt dargeboten. Gleich wirkte die Darstellung vollkommen anders.
Das Publikum war sichtlich angetan von der Vorstellung. Schüler, Lehrer, Verwandte und gänzlich Unbeteiligte sprachen viel Lob aus und empfanden die Inszenierung als Genuss, da spielten selbst die wenigen Nörgler keine Rolle. Die Gesamtatmosphäre im Theater war sehr stimmig und lud zum Nachdenken ein.
Eine Besuchsempfehlung kann bei diesem Stück ganz klar ausgesprochen werden. Leider wurde "Angst" lediglich zweimal aufgeführt und bedarf eigentlich einer weitaus umfassenderen Publikation. Dem Zuschauer bleibt wohl keine andere Möglichkeit, als sich aufs nächste Jahr zu freuen und auch dem nächsten Werk der Theater-AG Beachtung zu schenken.
Martin S., Q2
erstellt: 16.03.2011, wr
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